JUNG Gummitechnik GmbH
Porträt:
Herstellung technischer Gummi- und Elastomerprodukte, Formschläuche sowie hochwertiger Spezialhandschuhe für industrielle Anwendungen.
Ort: Einhausen
Mitarbeiter: 200
Softwarelösungen:
- APplus
- d.velop | eGecko
Für uns war entscheidend, einen Partner zu haben, der nicht nur die Technik im Blick hat, sondern auch die Besonderheiten unserer Fertigung versteht. Genau das haben wir in der Zusammenarbeit mit N+P erlebt.
Mike Schicht, Prozessmanager ERP, JUNG Gummitechnik GmbH
Wie JUNG Gummitechnik als Spezialfertiger mit APplus stabile Abläufe schafft
Der Hersteller hochwertiger Elastomerprodukte und Spezialhandschuhe stärkt mit APplus seine digitale Prozessbasis und schafft gemeinsam mit N+P die Grundlage, um komplexe Fertigungsabläufe stabiler, effizienter und zukunftssicher aufzustellen.
Ausgangssituation
Bei der JUNG Gummitechnik GmbH trifft hohe Fertigungstiefe auf große Variantenvielfalt. Das Unternehmen produziert an den Standorten Einhausen und Warstein in zwei sehr unterschiedlichen Produktbereichen und fertigt technische Gummiwaren sowie Spezialhandschuhe unter anderem für die Branchen Arbeitsschutz und Pharma. Die Fertigung technischer Gummiwaren ist in weiten Teilen geprägt von Handarbeit, variierenden Stückzahlen und individuellen Kundenanforderungen. Rund 5.000 Artikel, eine Mischung aus Standard- und abgewandelten Varianten sowie der Versand in mehr als 30 Länder zeigen, wie anspruchsvoll das Tagesgeschäft ist.
Genau diese besondere Stärke stellte auch die digitalen Prozesse vor komplexe Anforderungen. Denn JUNG arbeitet nicht in starren Serienlogiken, sondern in einem Umfeld, in dem Produkte, Werkzeuge und Abläufe oft kundenspezifisch gedacht werden müssen. Der Anspruch war deshalb klar: Die ERP-Landschaft sollte nicht nur technisch aktuell sein, sondern die gelebte Arbeitsweise im Unternehmen besser unterstützen, manuelle Tätigkeiten reduzieren und die Basis für weiteres Wachstum schaffen.
Herausforderung
Die zentrale Hürde lag in der Abbildung der technischen Gummiwaren im ERP-System APplus. Während Vertrieb und der stärker standardisierte Handschuhbereich früher anbindbar waren, zeigte sich bei den technischen Gummiwaren schnell, dass die Realität der Fertigung zu individuell war, um sie ohne Weiteres in Standardprozesse zu überführen.
Der Aufwand war entsprechend hoch. Für einzelne Bereiche mussten zunächst rund 2.500 Werkzeuge aufgenommen werden; später waren es sogar über 4.000 Werkzeuge im System. Dazu kamen Arbeitsgänge, Stücklisten, unterschiedliche Artikelstrukturen und die Herausforderung, bestehende Altlasten in den Stammdaten mitzudenken. Gleichzeitig galten unterschiedliche Anforderungen für verschiedene Produktbereiche, etwa bei der Chargenpflicht. Das alles erhöhte die Komplexität und machte deutlich, dass hier keine reine Systempflege gefragt war, sondern eine tiefgreifende Prozessarbeit.
Hinzu kam, dass die Zusammenarbeit mit dem vorherigen Partner nicht mehr den Erwartungen entsprach. Wechselnde Ansprechpartner, fehlende Konstanz im Service und zu wenig Performance hatten den Wunsch nach einem Wechsel verstärkt. JUNG suchte deshalb nicht nur technische Unterstützung, sondern einen Partner, der das Unternehmen verlässlich begleitet und die vielschichtigen Rahmenbedingungen der Fertigung sicher einordnet.
Projektansatz
Der Wendepunkt kam mit dem Wechsel zu N+P und der Entscheidung, zunächst die technische Basis zu stabilisieren. Statt sofort an vielen Einzellösungen zu arbeiten, wurde bewusst zuerst das Update von APplus und d.velop angegangen. Diese Reihenfolge war entscheidend: Denn erst eine belastbare Systemgrundlage machte es möglich, anschließend gezielt in die Optimierung einzusteigen und die Arbeitsweise stärker ins APplus zu verlagern.
Ein weiterer Schlüsselmoment war der Digitalisierungsworkshop mit den Experten von N+P. Dort wurden Anforderungen gesammelt, Bereiche enger einbezogen und bestehende Anpassungen kritisch hinterfragt. Gerade dieser Blick von außen brachte Bewegung ins Projekt, denn manche Sonderlösungen erwiesen sich im Rückblick als unnötig, andere als nicht optimal umgesetzt. Aus dem Workshop entstand damit nicht nur eine Liste konkreter Maßnahmen, sondern auch ein neues Verständnis dafür, wie JUNG APplus künftig sinnvoller nutzen kann.
Lösung & Umsetzung
Die Umsetzung folgte einem klaren Muster: zuerst aktualisieren, dann vereinfachen, dann gezielt ausbauen. Das Update auf APplus 7 wurde planmäßig und gut koordiniert durchgeführt. Im Anschluss wurden Optimierungsthemen schrittweise abgearbeitet, Tickets priorisiert und bestehende Anpassungen überprüft. Dabei ging es nicht darum, möglichst viel neu zu
bauen, sondern die Arbeitsweise im System sauberer, verständlicher und alltagstauglicher zu machen.
Besonders sichtbar wurde das bei den KI-Dashboards und Statistiken in APplus. Sie entwickelten sich im Projekt zu einem echten Highlight. Im Workshop zeigte sich, welches Potenzial in ihnen steckt, weil Informationen deutlich flexibler und transparenter bereitgestellt werden konnten, ohne individuelle Statistiken im Hintergrund aufwendig anpassen zu müssen. Dadurch wurden einzelne Altanpassungen überflüssig — und in manchen Fällen sogar zurückgebaut, weil sie das System unnötig ausgebremst hatten.
Heute ist APplus tief im Alltag von JUNG verankert. 94 Mitarbeitende nutzen das System direkt über Lizenzen, tatsächlich reichen die Berührungspunkte jedoch weit darüber hinaus. Denn Rückmeldungen und Prozessdaten aus vielen Bereichen laufen hier zusammen. Damit ist APplus nicht nur ein Verwaltungssystem, sondern ein zentraler Baustein der täglichen Zusammenarbeit.
Ergebnis
Der größte Erfolg des Projekts liegt nicht in einer einzelnen Kennzahl, sondern in der spürbaren Veränderung im Arbeitsalltag. Abläufe sind klarer geworden, die Mitarbeitenden fühlen sich sicherer im Umgang mit dem ERP-System und viele Prozesse werden heute bewusster und strukturierter genutzt. Gerade in einem Unternehmen mit hoher Individualfertigung ist das ein wichtiger Fortschritt, da mehr Sicherheit in der Anwendung zugleich für stabilere Abläufe sorgt.
Auch die gemeinsame Projektarbeit erwies sich als wichtiger Erfolgsfaktor. Das Update verlief ruhig, strukturiert und sehr gut vorbereitet. Herausforderungen im Projekt ließen sich eng abstimmen und pragmatisch lösen. So entwickelte sich auf beiden Seiten ein verlässliches Miteinander, das von Offenheit, klarer Kommunikation und kurzen Abstimmungswegen geprägt war. Daraus wuchs ein spürbarer Mehrwert: eine Partnerschaft auf Augenhöhe, die den Fortschritt im Projekt sichtbar beschleunigte.
Ausblick
Mit dem abgeschlossenen Update- und Optimierungsprojekt ist die Entwicklung bei JUNG nicht beendet — im Gegenteil. Die nächsten Schritte sind bereits definiert: APplus soll zukünftig auch mit KI-Applikationen zur Hebung von Effizienzpotentialen weiterentwickelt werden. Hinzu kommen die geplante Einbindung des Atlas-Tools für Zoll- und Exportprozesse, die weitere Digitalisierung von Belegen und perspektivisch der Einsatz von FlexMobility, insbesondere in sensiblen Produktionsbereichen mit besonderen Anforderungen.
Gleichzeitig ist bei JUNG klar, wohin die Reise insgesamt geht: Produktmanagement, KI und durchgängige digitale Prozesse werden künftig noch stärker an Bedeutung gewinnen. Die Basis dafür ist jetzt gelegt. Aus einer anspruchsvollen ERP-Modernisierung ist ein Projekt entstanden, das nicht nur Systeme verbessert hat, sondern die Organisation insgesamt digital robuster macht.
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