KOBRA Formen GmbH

Porträt:
Stahlformen für Betonsteinindustrie

Ort: Lengenfeld
Mitarbeiter: 359

Softwarelösungen:

  • Autodesk® Product Design Suite
  • Autodesk® Vault Professional
  • Autodesk® Product Stream Professional
  • hyperMILL® in Autodesk Inventor
  • Maschinensimulation mit Vericut
  • PRO.FILE
  • NuPc0nnectCAM
NUPIS-Referenz-KOBRA

PRO.FILE ist heute das technologische Rückgrat für Konstruktion und Produktion. Mit der Migration haben wir unsere PLM-Basis modernisiert und eine flexible Plattform geschaffen, auf der wir zukünftige Themen schneller umsetzen können. Möglich wurde das durch ein starkes Projektteam und das Know-how von N+P. Die Zukunft kann kommen - wir sind gerüstet.

Falk Graupner, EDV-Leiter, KOBRA Formen GmbH

Vom Daten-Silo zum digitalen Rückgrat: Wie die KOBRA Formen GmbH PLM, CAD und CAM neu zusammenbringt

Ein weltweit führender Formenbauer für Betonsteinproduktion modernisiert seine Systemlandschaft ohne Bruch im Tagesgeschäft und schafft mit PRO.FILE eine Plattform, die PLM als Rückgrat etabliert und Autodesk Inventor® sowie hyperMILL® sinnvoll in den Arbeitsalltag einbindet.

Firmengebäude KOBRA Formen
Firmengebäude KOBRA Formen GmbH in Lengenfeld im Vogtland.

Ausgangssituation

Präzision, Wiederholgenauigkeit und Tempo. Rund 400 Mitarbeitende entwickeln und fertigen Formen für die Produktion von Betonsteinen. Der Hauptsitz liegt in Lengenfeld im Vogtland, dazu kommen Werke in Tschechien und den USA sowie Vertriebsstandorte in mehreren Ländern. In einem hoch spezialisierten Markt gehört KOBRA zu den weltweit führenden Anbietern. Genau diese Position bringt einen hohen Anspruch mit sich: Informationen sollen schnell verfügbar sein, Abläufe verlässlich greifen und Änderungen nachvollziehbar bleiben.

Als das interne Team rund um Falk Graupner, Projektmanager IT, den Blick auf die bestehende PLM-Landschaft richtete, war die Zielsetzung klar. Die nächste Wachstumsstufe braucht ein belastbares digitales Fundament. Nicht als Selbstzweck, sondern damit Daten, Dokumente und Prozesse so zusammenlaufen, dass Teams zügig arbeiten können und neue Anforderungen ohne Reibungsverluste in die Praxis kommen.

Herausforderung  

Die Ausgangslage war typisch für Unternehmen, die über Jahre organisch gewachsen sind. Eine etablierte Lösung war tief in den Abläufen verankert, sollte aber abgelöst werden, ohne dass der Betrieb ins Stocken gerät. Gleichzeitig ging es nicht nur um eine technische Erneuerung. KOBRA wollte die CAD-Umgebung modernisieren und sauber integrieren, eine einheitliche CAD/PDM-Datenbasis schaffen und die NC-Welt stärker einbinden, damit aus getrennten Inseln eine durchgängige Prozesskette wird.

Ein zentrales Projektziel war die Migration des gesamten Datenbestands auf eine neue Plattform. Besonders anspruchsvoll war dabei die Datenmigration selbst. Es ging um mehr als 1 Million Artikel, 1,5 Millionen Inventor-Dokumente, über 10 Millionen Nebendokumente und insgesamt 5,5 Terabyte Daten. Bei dieser Größenordnung entscheidet sich der Projekterfolg nicht an einer schönen Oberfläche, sondern daran, ob Datenstrukturen, Versionen und Abhängigkeiten nach dem Umstieg genauso zuverlässig funktionieren wie zuvor. Schon kleine Brüche in der Datenkette kosten Zeit, erhöhen Fehlerquoten und belasten am Ende die Termintreue.

Projektansatz  

Damit aus einem großen Modernisierungsvorhaben ein kontrollierter Übergang wird, braucht es vor allem zwei Dinge: Klarheit im Vorgehen und die richtigen Partner an der Seite. Das Lengenfelder Unternehmen setzte auf N+P, weil sich CAD, CAM und PDM/PLM fachlich schlüssig ergänzen und die Zusammenarbeit seit Jahren von offener Kommunikation und Vertrauen geprägt ist. In der gemeinsamen Projektarbeit zeigte sich schnell, dass die Teams gleichberechtigt agieren und Entscheidungen pragmatisch auf Augenhöhe treffen. Besonders wertvoll war zudem die Entwicklungskompetenz und die direkte Abstimmung zum Team KOBRA, wenn Anforderungen aus der Praxis schnell und belastbar umgesetzt werden mussten.

Betonsteinformen von KOBRA
Betonsteinformen von KOBRA verbinden maßhaltige Fertigung mit hoher Qualität und langen Standzeiten.

Genauso wichtig war die Art, wie das Projekt gesteuert wurde. Statt sich auf Annahmen zu verlassen, arbeitete das Team iterativ. In kurzen Schleifen aus Workshop, Konfi uration oder Entwicklung, Test und Freigabe wurden Risiken früh sichtbar, Entscheidungen nachvollziehbar und die Anforderungen konkret umgesetzt. Gerade bei CAD- und CAM-nahen Themen zeigt sich der Nutzen dieser Vorgehensweise sofort, weil Integrationsdetails im Alltag den Unterschied machen, insbesondere bei Strukturen, Versionierung und Wiederverwendung.

Lösung & Umsetzung

Im Mittelpunkt stand die Einführung von PRO.FILE als zentrale Lösung für Daten- und Dokumentenmanagement, inklusive Integration in die Autodesk-Welt mit Inventor® und AutoCAD®. KOBRA startete bewusst früh mit PRO.FILE NEXT 10.4, um von Beginn an eine zukunftssichere Plattform aufzubauen, die auch die Einbindung weiterer Prozesse und Anforderungen unterstützt.

Als PLM-Rückgrat sorgt PRO.FILE dafür, dass Artikel, Dokumente, Strukturen und Freigabeprozesse konsistent abgebildet werden. Für den Konstruktionsalltag ist dabei entscheidend, dass CAD-Daten aus Autodesk Inventor nicht separat verwaltet werden müssen, sondern im gleichen Kontext wie Artikelstrukturen und begleitende Dokumente. Das verbessert die Auffindbarkeit, erhöht die Nachvollziehbarkeit von Änderungen und schafft eine klare Basis für die Zusammenarbeit zwischen Konstruktion, Arbeitsvorbereitung und NC-Programmierung.

Ein weiterer Hebel für Effizienz ist „Smart Duplicate“. Damit lassen sich Artikel, CAD-Daten, Strukturen und CAM-Daten strukturiert kopieren und als Grundlage für ähnliche Projekte nutzen. In der Praxis bedeutet das weniger manuelle Neuanlage, weniger Fehlerpotenzial und deutlich schnellere Durchlaufzeiten bei wiederkehrenden Aufgabenstellungen. Nicht zuletzt ist dies Basis, um bestehendes Wissen und Erfahrungen wieder zu nutzen.

Parallel wurde CAM konsequent eingebunden, damit die Prozesskette nicht an der Schnittstelle zur NC-Erstellung reißt. Die hyperMILL-Integration über NuPc0nnectCAM aus dem Hause N+P sowie die Verwaltung der CNC-Umgebung inklusive DNC-Funktion wurden so umgesetzt, dass Maschinen, Werkzeuge und Projekte im selben Systemkontext geführt werden können wie die zugehörigen CAD- und Artikelinformationen. Das reduziert Medienbrüche, stärkt die Transparenz und erleichtert die Wiederverwendung von Fertigungswissen.

Im Rahmen des Projektes erfolgte weiterhin eine Aktualisierung der CAD-Umgebung auf das neue Release Autodesk Inventor. Damit sind sowohl Konstruktion als auch Arbeitsvorbereitung in der Lage, die aktuellen Engineering-Funktionen umfassend zu nutzen. Damit der Betrieb während der Umstellung stabil bleibt, setzte KOBRA auf eine Deltamigration. Der produktive Stillstand beim Go-live lag damit lediglich bei zwei Tagen am Wochenende. Für eine Transformation dieser Größenordnung ist das ein wesentlicher Erfolgsfaktor, weil die Teams zügig wieder in den Regelbetrieb übergehen konnten.

Verschiedene Betonsteinprodukte
Verschiedene Betonsteinprodukte für die Betonsteinindustrie weltweit.

Ergebnis

Das Ergebnis lässt sich an drei Punkten festmachen: Stabilität, Durchgängigkeit und Akzeptanz. Es gab keine Datenverluste, auch 18 Monate nach der Migration nicht. Nach der Produktivsetzung trat keine Downtime auf, die Arbeitsfähigkeit war unmittelbar vorhanden. Für ein Unternehmen mit großen Datenmengen und eng getakteten Abläufen ist genau das der Kernnutzen, weil es Risiken reduziert und Planungssicherheit schafft. Wesentlicher Faktor für den positiven Projektrückblick ist die Einbindung der Key-User und damit Schaffung von Akzeptanz von Beginn an.

Gleichzeitig ist die Lösung breit im Unternehmen verankert. Mit 180 Lizenzen hat etwa jeder zweite Mitarbeitende Berührungspunkte mit PRO.FILE. Der Mehrwert zeigt sich im Alltag, weil Inventor-Daten kontrolliert in die Gesamtstruktur eingebunden sind und Informationen schneller und konsistenter bereitstehen. Hinzu kommt die Einbindung von hyperMILL und der CNC-Umgebung, durch die CAM- und NC-relevante Informationen in einem durchgängigen Kontext geführt werden. Falk Graupner fasst den Projektabschluss bewusst pragmatisch zusammen: „Die Zukunft kann kommen, wir sind gerüstet.“

Ausblick

Nach der erfolgreichen Einführung nutzt der Hersteller von Betonsteinformen die neue Plattform als Basis für weitere Ausbaustufen. Geplant sind eine Zeichnungsanforderungsverwaltung bereits in der Vertriebsphase, eine stärkere Unterstützung der Kundenkommunikation und Dokumentation sowie Verschlagwortung und Klassifizierung, um Wissen schneller zu finden und wiederzuverwenden. Perspektiven in Richtung digitaler Zwilling sind ebenfalls angelegt.

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Kristina Hertwig +49 3764 4000-0